Wachsam – Kapitel 3

•Oktober 21, 2012 • Schreibe einen Kommentar

3.

16. Dezember 2006, Chagoda, Russland

 

Doch Jacob hatte nicht vor, dieses außergewöhnliche Mädchen so leicht herzugeben. Als er ihr das Blut von der Stirn gewischt hatte, hatten ihn immer wieder Stromschläge durchzuckt. Sie sah so wunderschön aus, hatte braune Haare (soweit er sehen konnte), und dunkle, rehbraune Augen. Sie war kleiner als er, was auch nicht sonderlich schwer war, da er doch mittlerweile stolze 1, 85 m maß. Das war für seine 19 Jahre zwar nicht außergewöhnlich viel, doch er war stolz darauf, so groß zu sein. Bis jetzt hatte er auch keinerlei Probleme damit gehabt, dass seine Ex-Freundinnen kleiner gewesen waren als er. Im Gegenteil, wären sie größer gewesen als er, hätte das bestimmt etwas seltsam ausgesehen… Dieses Mädchen war anders als all die Mädchen, die er kannte. Und er kannte eine Menge Mädchen. Die meisten waren nur darauf aus, ihn für sich zu gewinnen, da er wirklich gut aussah (und das auch wusste), doch bis jetzt hatte er sich kaum auf so etwas eingelassen. Er war stolz darauf gewesen, Single zu sein, und hatte sich nicht wirklich nach einer festen Freundin gesehnt. Doch jetzt, da er dieses Mädchen sah, spürte er plötzlich, dass er sich eine feste Beziehung wünschte. Mit ihr. Sie sah atemberaubend aus, war wohl ein eher schüchterner Typ, doch das machte ihm natürlich nichts aus. Soweit er das schon einschätzen konnte, schien sie perfekt zu sein, das Mädchen, nach dem er immer gesucht hatte.

Und jetzt sollte er sie einfach gehen lassen? Nein, das kam überhaupt nicht in Frage. Er wusste ja noch nicht einmal, wie sie hieß! Also drehte er sich um und rief ihr hinterher: „ Warte! Ich weiß doch nicht einmal, wie du heißt!“ Doch sie war nicht stehen geblieben, sich nicht zu ihm gedreht, hatte ihm noch im Laufen ihren Namen genannt. Er war wunderschön-genau wie sie.

Noch während er sich seinen Weg zurück zum Hotel gebahnt hatte, wiederholte er ihren Namen immer und immer wieder. Dabei starrte er gedankenverloren vor sich hin, so dass er einige Male nur knapp einer lebensgefährlichen Rutschpartie entging und einmal beinahe mit einem Laternenfahl kollidierte.

Die ganze Zeit überlegte er, wie er sie finden könnte. Und er würde sie finden, das stand fest. Er würde sie nicht gehen lassen.

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Wachsam – Kapitel 2

•Oktober 16, 2012 • Schreibe einen Kommentar

2.

 

16.Dezember 2006, Chagoda, Russland

 

Ihr war schrecklich kalt. Rasch zog sie den Schal um ihren Hals fester, und ging die Straße schneller entlang. Dieser Tag war ein besonders kalter, es hätte nicht viel gefehlt und sie wäre auf dem eiskalten Steinboden festgefroren, wenn sie kurz angehalten hätte. Doch das tat sie nicht. Sie wollte so schnell wie möglich ihr Hotel erreichen, um sich vor den angenehm warmen Kamin zu kuscheln und wieder aufzutauen. Diese Temperaturen waren wirklich grausam, es war so kalt, dass der Schnee sofort hart wie Stein war, da er zu Eis gefror. Nein, der Tag war wirklich nicht besonders schön gewesen. Warum wollten ihre Eltern auch unbedingt nach Europa, in das Heimatland ihrer Mutter? Sie hasste Europa,  noch mehr hasste sie Russland und sie hasste diese Stadt, in der sie jetzt schon seit drei endlosen Wochen festsaß. Was war denn „Chagoda“ bitte für ein Name? Aber gut, nur noch zwei Tage, bevor sie ihre persönliche Hölle auf Erden wieder verlassen konnte.

Der Gedanke an den Rückflug in ihre warme, sonnige Heimat ließ ihre Schritte schneller werden.

Als sie mit gesenktem Kopf, damit der Schnee nicht auch noch in ihre Augen gelangen konnte, um die letzte Ecke bog, stieß sie plötzlich mit jemandem zusammen. Sie konnte nichts von ihm erkennen, er trug schwarze Klamotten und genau wie sie einen Schal und eine Mütze, die zusammen den Großteil seines Gesichts bedeckten. Der Jemand und sie prallten mit voller Wucht zusammen, rutschten auf der kalten, gefrorenen Erde aus und fielen zu Boden, dabei begrub ihr Gegenüber, der ein wenig größer war als sie, sie unter sich. Sie schrie laut auf, durchfuhr ihr Bein doch sofort ein stechender Schmerz. Unter der Mütze des Anderen hörte sie ebenfalls einen unterdrückten Schmerzensschrei, auch wenn er (da er ja schließlich auf sie gefallen war) eindeutig weicher gelandet war als sie. Sofort mühte er sich vom Erdboden auf und streckte die Hand nach ihr aus, sobald er sich den größten Teil der grauen Matsche von seinem dicken, schwarzen Handschuh gewischt hatte. Noch immer triefte er von dem geschmolzenen Schnee, der die Bürgersteige so gefährlich machte, da er die ohnehin schon spiegelglatte Fläche auch noch nass und rutschig machte.

„Das tut mir wirklich leid. Ich hab’ dich einfach nicht gesehen und wollte so schnell wie möglich in mein Hotel… Schließlich ist es so kalt… Aber das wollte ich bestimmt nicht…Es tut mir ehrlich Leid. Hast du dir wehgetan? Komm, ich helf dir erst mal hoch. Ich hoffe, du hast dir nicht wehgetan!“ Der Junge redete wirklich ohne Punkt und Komma. Aber wenigstens schien er freundlich zu sein. Und vor allem hilfsbereit, schließlich hätte er sie auch einfach liegenlassen können, am Besten noch unter Beschimpfungen.

Sie setzte sich auf und ließ sich von ihm hochziehen. Sofort erinnerte sie ein schmerzvoller Stich in ihrem Bein an den Sturz. Sie versuchte ein paar Mal, vorsichtig aufzutreten, bis es ihr einigermaßen schmerzfrei gelang. Dann richtete sie sich vollständig auf und betrachtete ihr Gegenüber. Er war deutlich größer als sie, vielleicht 1,85 Meter, oder auch etwas mehr, und ziemlich schlank. Mehr konnte sie nicht erkennen, da er komplett in seinen jetzt grauen und tropfenden Sachen verschwand. Auf jeden Fall schien er jung zu sein, das hatte sie an seiner Stimme erkannt. Sie klang zwar recht tief, älter als die eines Kindes also, aber doch nicht tief genug, um die eines richtigen Mannes zu sein.

„Geht’s dir auch wirklich gut?“ fragte der Junge besorgt. Seine Fürsorge rührte sie zwar, da sie nicht gestellt schien, doch gleichzeitig war sie – zumindest ihrer Meinung nach- auch selbstverständlich, schließlich hatte er sie über den Haufen gerannt. „Ja, mit mir ist alles okay.“ antwortete sie. „Und danke, dass du mir hochgeholfen hast.“ Trotz allem, was passiert war, vergaß sie doch nicht ihre guten Manieren die ihr, als sie noch jünger waren, beigebracht und durchaus von Zeit zu Zeit auch eingeprügelt worden waren. Man hatte immer höflich zu sein, egal in was für einer Situation. Sie sah ihr Gegenüber noch einmal genau an und stellte plötzlich fest, dass sie seine Augen noch gar nicht bemerkt hatte. Sie lugten zwischen der Mütze und dem Schal hervor, und strahlten in einem unglaublichen Braun, das sie magisch anzog und trotz seiner Wärme etwas von Unnahbarkeit hatte. Dazu kam dann noch dieser leichte Grünton, den man nur bei genauem Hinsehen erkennen konnte, und der seine Augen zu etwas ganz Besonderem machte. Sie fühlte sich, als würde sie in den wundervollen Augen versinken, mit denen der Junge sie nun erschrocken ansah. Hastig sah sie zur Seite, und hoffte, dass er das nicht falsch gedeutet hatte.

 

Plötzlich hob er seine Hand und näherte sie ihrem Gesicht. Ihr Atem stockte. Was würde nun passieren? Sanft berührte seine Hand ihr kaltes Gesicht, und strich leicht über ihre Stirn. „Du blutest!“ bemerkte er, und zog seine Hand genauso vorsichtig, wie er sie ihrem Gesicht genähert hatte, wieder zurück, aber nur, um aus seiner dicken Winterjacke ein Taschentuch herauszufischen. Damit begann er nun, das Blut ganz behutsam von ihrer Stirn zu wischen. Bei der ersten Berührung durchfuhr sie etwas, das sich anfühlte wie ein Blitz, aber sie konnte nicht beurteilen, ob das von der Wunde oder seiner Berührung kam. Seltsam, sie kannte ihn doch überhaupt nicht. Ihr wurde plötzlich bewusst, dass sie nicht einmal seinen Namen wusste. Doch ihn danach zu fragen, würde diesen Moment zerstören, und das wollte sie auf keinen Fall riskieren. Also ließ sie diese doch schmerzhafte Prozedur über sich ergehen, und überlegte sich dabei in Gedanken mögliche Namen für diesen Jungen, von dem sie nur seine Augen kannte. Aber das war albern, wusste sie doch nicht einmal, welcher Nationalität er entsprach, vielleicht hatte er ja einen Namen, der in seinem Land herkömmlich war, von dem sie aber noch nie gehört hatte. Aber nun gut, sie musste ihn wohl oder übel doch nach seinem Namen fragen, wenn sie ihn wissen wollte. Und das wollte sie. Aber damit wartete sie, bis er ihre Wunde soweit wie möglich gesäubert hatte. Diese Nähe zwischen ihnen schien ihr zu kostbar, um sie durch eine simple Frage wie diese zu riskieren.

„Sag mal, wie heißt du eigentlich?“ fragte sie ihn in einem unbefangenen Ton, und versuchte ihre Aufregung auf die Antwort so gut wie möglich zu verstecken. Es war ihr anscheinend recht gut gelungen, denn er wickelte sich seinen Schal vom Mund und zog seine Mütze ein wenig höher, damit sie ihn besser sehen konnte.

„Ich bin Jacob. Bei dem ganzen Chaos hier habe ich mich noch gar nicht vorgestellt. Das tut mir Leid. Und du bist…?“ Jacob…Ein schöner Name. Er passte irgendwie zu seinem Äußeren, dachte sie als sie sah, dass zumindest sein Kopf nicht länger unter Schal und Mütze versteckt war. Er hatte braune Haare, die bis auf seinen Rücken zurückfielen, und von denen einige in sein Gesicht rutschten. Obwohl sie eher lang waren, sahen sie nicht ungepflegt aus, wie es ja bei vielen Jungen leider der Fall war. Im Gegenteil. Sie waren ein wunderbarer Kontrast zu seinen außergewöhnlichen Augen, die sie ja schon etwas früher hatte sehen dürfen, und er sah wunderschön aus.  Sie war schon immer von längeren Haaren fasziniert gewesen, auch wenn sie nicht wirklich wusste, warum. Wann immer sie einen Jungen sah, dessen Haare sein Gesicht umspielten, oder sogar bis zu seinen Schultern reichten, fing ihr Herz automatisch an, stärker zu schlagen. Das sollte aber nicht heißen, dass sie sich leicht verliebte. Im Gegenteil. Bis jetzt hatte nur ein Junge ihr Herz wirklich erobert, auch wenn das – zumindest von seiner Seite aus- unbewusst geschehen war. Um genau zu sein, hatte er es gebrochen. Er wollte absolut nichts von ihr wissen, war bereits seit Jahren vergeben gewesen. Doch noch heute musste sie immer wieder in an ihn denken, an die Abfuhr, die er ihr erteilt hatte. Er hatte sie dargestellt, als wäre sie nur ein dummes kleines Mädchen gewesen, dass es gewagt hatte, ihm ein wenig zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Das hatte ihr verdammt weh getan – mehrere Tage war sie nur sehr bedingt ansprechbar gewesen, hatte weinend zu Hause gelegen, sich nicht in die Schule getraut, aus Angst, ihm gegenüberstehen zu müssen. Das hatte ihr wiederum Ärger mit ihren Eltern eingebracht, vor allem mit ihrem Vater, da sie ihren häuslichen Pflichten nicht anständig nachgekommen war. Mehr als einmal hatte er dabei zu seinem Gürtel gegriffen, woran sie einige leichte Narben noch heute erinnerten. Bis zuletzt hatte dieser Junge immer wieder Möglichkeiten gesucht, sie bloßzustellen, sie absichtlich zu verletzen. Immer und immer wieder hatte er es geschafft. Seitdem hatte sie sich nie wieder so intensiv verliebt, weil sie Angst davor hatte, wieder so verletzt zu werden, wie es schon einmal geschehen war. Nur noch ein einziges Mal hatte sie einen Jungen richtig süß gefunden, doch ihre Gefühle ihm gegenüber hatten sich rasch gewandelt, als sie sein wahres Ich erkannte. Alles, was er ihr über sich erzählt hatte, war von Lügen geprägt gewesen – dass er viel lesen würde, gut kochen könne und seine spärliche Freizeit, die er nicht mit Lesen verbringe, nicht für brutale Computerspiele verwenden würde. All das hatte sie ihm abgenommen, bis sie erfuhr, dass nichts davon wahr war, dass er sie die ganze Zeit über nur belogen hatte. Auch hatte sie feststellen müssen, dass er gesellschaftlich in immer tiefere Kreise geraten war und auch vor intensivem Alkoholgenuss und sogar der Einnahme von illegalen Medikamenten nicht halt gemacht hatte. So wollte sie auf keinen Fall werden, nur um ihm zu gefallen, und so hatte sie sich gerade noch rechtzeitig emotional von ihm lösen können. Von diesem Zeitpunkt an hatte sie nie wieder diese „Schmetterlinge im Bauch“ gespürt, wenn sie einen Jungen sah. Doch in diesem Moment schienen sie wie verrückt in ihrem Bauch hin- und her zu fliegen, als hätten sie auf diesen Moment nur gewartet. Sie schien auf dem besten Weg, sich wieder zu verlieben. Fast hätte es ihr bei seinem Anblick die Sprache verschlagen, doch als sie seine erwartungsvollen Augen auf den ihren sah, öffnete sie den Mund, um eine Antwort zu geben. „Ich heiße…“

In diesem Moment klingelte ihr Handy. Sie verfluchte sich innerlich dafür, es mitgenommen zu haben, schenkte dem bezaubernden Jungen einen entschuldigenden Blick und ging ans Telefon. „Hallo? Wer? Vater? Was ist denn los?“ Sofort bereute sie, in diesem respektlosen Ton mit ihrem Vater gesprochen zu haben. Er brüllte so laut in das Telefon, dass auch der Junge namens Jacob ihre Unterhaltung problemlos verstand, mit einigen Metern Abstand. „Sprich nicht so mit deinem Vater, hast du verstanden? Du kommst sofort nach Hause, sofort! Deine Mutter und ich sorgen uns! Du solltest nur Brot holen, sonst nichts, und du treibst dich seit Stunden auf den Straßen herum! Komm sofort heim!“ Zerknirscht antwortete sie „Ja, Vater, es tut mir Leid. Ich komme schon.“ Sie legte auf und drehte sich mit Tränen in den Augen zu Jacob um. „Es tut mir Leid, ich muss gehen. Ich wäre gern geblieben. Ich denke nicht, dass wir uns wieder sehen. Meine Eltern sind sehr streng. Es war schön, dich kennen zu lernen.“

Dann drehte sie sich auf dem Absatz um und begann, loszulaufen.

 

Wachsam – Kapitel 1

•Oktober 15, 2012 • Schreibe einen Kommentar

1.

25. Juli 2007, Taneyville, Missouri, USA

 

Die Sonne schien nun schon seit Tagen ununterbrochen mit voller Kraft vom Himmel hinab. Seit mindestens ebenso vielen Tagen hatte es nun keine angenehmen Temperaturen mehr gegeben, ganz zu schweigen von vereinzelten Regentropfen. Die ganze Stadt war vollkommen ausgetrocknet, alle Grünflächen und liebevoll gepflegten Gärten längst verdorrt und zu einem unansehnlichen braunen Areal geworden. Die Bewohner dieser Stadt hatten die Qual der Wahl: Wenn sie sich in das Innere des Hauses begaben, um eine kleine Abkühlung von der ständigen Hitze zu bekommen, erwartete sie dort die stickige, angestaute Luft der letzten Wochen. Diejenigen unter ihnen, die diese noch weniger aushielten als die Hitze an sich, versuchten es sich unter einem Baum im vermeintlich schattigen Garten gemütlich zu machen, was sich als genauso unangenehm herausstellte. Besonders schlimm traf es die Bewohner, die diese Wahl zwischen drinnen und draußen nicht hatten, da sie an das Bett gebunden waren, oder aus anderen –unter anderem gesundheitlichen- Gründen nicht die Möglichkeit hatten, einen kleinen Spaziergang nach draußen zu unternehmen. Kurz, diese ganzen Tage waren für alle eine gewaltige Herausforderung. Nur die Kinder spielten losgelöst auf den menschenleeren Straßen, und erfreuten sich an der Hitze. Wann gab es schon einen so schönen und warmen Sommer? Dazu noch in der Ferienzeit? Keine Frage, für die Kinder war dieses Wetter das Beste, was ihnen passieren konnte, was man von der restlichen Bevölkerung nicht behaupten konnte: Für sie war es buchstäblich die Hölle auf Erden.

So wohl auch für den jungen Mann, der langsam die steile Straße hinaufging, und zwischendurch immer wieder stehen blieb, um eine kleine Verschnaufpause zu machen. Er war jung, sicher noch unter 20, und sah auffällig gut aus: Etwas längere, mittelbraune Haare, die offen um sein Gesicht herumstrichen, dazu haselnussbraune Augen mit einem ganz leichten Grünstich, den man nur erkennen konnte, wenn man ihm ganz genau in die Augen sah, und ein durchtrainierter Körper, der sich unter seinem weißen, eng anliegenden Shirt abzeichnete. Alles in allem hätte er ein Model sein können, aber er war nicht wegen einem Job hier. Er war hier, um SIE endlich zu finden. Das Mädchen, das ihm nun schon so lange im Kopf herumspukte. Er hatte sie nur einmal gesehen, und danach nie wieder. Das sollte sich jetzt ändern. Er wusste nicht viel, außer ihrem Namen und den der Straße, in der sie lebte, den er nach langen Recherchen endlich herausgefunden hatte. Aber das war es ihm wert gewesen.

Bald hatte er es geschafft. Er blickte auf den handgeschriebenen Zettel in seiner Hand, auf dem er sich aufgeschrieben hatte, wie er zu ihrem Haus kam. Nur ein paar Schritte trennten ihn von ihrem Zuhause, von ihr selber. Er würde sie in seine Arme schließen und nie mehr loslassen, das wusste er ganz genau. Dafür hatte er sie einfach viel zu sehr vermisst. Die letzten Kräfte mobilisierend, riss er sich noch einmal zusammen und stieg weiter den Berg hinauf, der ihn immer näher zu ihr brachte. Da vorne sah er schon die Straße, in die er einbiegen musste, und in der sie lebte. Sie war nur noch ein so kleines Stück entfernt… Er ging weiter und weiter, ohne anzuhalten. Auf den letzten Metern vor ihrer Straße fing er bereits an zu rennen.

Obwohl es nur noch Sekunden waren, die die beiden voneinander trennten, konnte er es nicht aushalten, hatte das Gefühl, zerspringen zu müssen, wenn er sie nicht innerhalb der nächsten Augenblicke sehen würde, wenn er sie nicht augenblicklich in die Arme schließen konnte. Jede einzelne Sekunde war jetzt wertvoll, auch wenn noch viele viele mehr zwischen ihrem Kennen lernen und dem heutigen Tag standen…

Er erinnerte sich noch an diesen Tag, der Tag, an dem sie sich kennen gelernt hatten und der sein Leben für immer verändern sollte, ein kalter Wintertag vor einem halben Jahr…

 

 

[Verlinkt] Amhranai auf Facebook!

•Oktober 15, 2012 • Schreibe einen Kommentar

Hallihallo ihr Lieben,

es verrinnen die Wochen und Monate – tut mir Leid! Die letzte Woche steckte ich bis zum Hals in Hausarbeiten,die ich fernab aller Ablenkung in einem kleinen Dörfchen an der Ostsee geschrieben habe. Jetzt bin ich wieder da, mit viel neuer Energie im Gepäck! Und die habe ich gleich einmal dazu genutzt, einen weiteren Schritt in Richtung Selbstverwirklichung zu unternehmen und habe mir eine Facebookseite eingerichtet! Künftig gibt es dort viel Neues von mir zu sehen – vor allem Selbstgeschriebenes, die eine oder andere musikalische Überraschung und auch Dinge, die noch gar nicht beim Namen genannt werden wollen!

Ich freue mich über jedes Like auf meiner Facebookseite – schaut gern öfter dort vorbei, schon bald wird es dort ziemlich voll werden! 🙂
Damit entlasse ich euch fürs Erste in den wohlverdienten Feierabend – ich werde jetzt noch das eine Uniseminar von heute Mittag nacharbeiten (endlich ein interessantes Seminar!) und dann den Abend ruhig ausklingen lassen. Machts gut, und vergesst nicht, bei Amhranai auf Facebook vorbeizuschauen!

[Song of the Week] James Taylor – Secret O’Life

•Mai 4, 2012 • Schreibe einen Kommentar

Diese Woche möchte ich euch einen Song  von dem US-amerikanischen Musiker James Taylor vorstellen, der Secret O‘ Life heißt. Wie schon im Titel angesprochen, geht es darin um das Geheimnis des Lebens und auch der Liebe. Nach Taylor ist es das Wichtigste im Leben, die Zeit, die man hat, sinnvoll zu nutzen und sich vor allem auch daran zu erfreuen! Durch das Leben kommen kann jeder, das ist keine besondere Kunst. Wir alle stehen zu Beginn unseres Lebens an einem Hügel, den wir kontinuierlich herunterrutschen. Es gibt kein Aufhalten, es gibt keine Unterbrechungen – die Fahrt, wenn man es so nennen will, ist eines der wenigen Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Doch viele andere Dinge stehen dagegen in unserer Macht.

Wenn es wieder einer dieser Tage ist, an dem nichts gelingen will und an dem man sich fragt, was das Ganze denn eigentlich überhaupt noch soll, sollte man sich dieses Lied anhören und genau auf den Text lauschen. Das Leben zu genießen ist nicht schwer, man muss es nur zulassen. Natürlich gibt es immer Komponenten, die das erschweren oder auch mal unmöglich erscheinen lassen, doch letztlich liegt es wirklich an jedem Einzelnen, das Leben zu genießen, mit allem, was dazu gehört.

Im Folgenden eine Live-Intepretation von James Taylor selbst, in Ergänzung dazu wollte ich euch noch die Möglichkeit geben, den Song in einer Jazz-Version von einem großartigen A-Capella Quartett, 4Square, zu hören, doch unglücklicherweise ist das Reinhören online nicht mehr möglich. Die Band hat hier auf meinem Blog schon früher einmal Erwähnung gefunden; wessen Interesse vielleicht doch geweckt wurde, kann sich die CD auch bei Amazon bestellen. Erfahrungsberichte gibts bei mir,vielleicht kann ich auch mit Beispielsongs zum Reinhören aushelfen….. 😉

[Song of the Week] Komponist gesucht!

•April 1, 2012 • 2 Kommentare

Warum nicht den Blog dazu nutzen,eine öffentliche Suche zu starten?

Es gibt einen Song, der mir seit einigen Monaten wieder im Kopf herumspukt – vor ein paar Jahren haben wir ihn im (Schul-(Chor gesungen, schon damals hat er mir sehr gut gefallen und ist mir lange im Gedächtnis geblieben. Jetzt ist er per Zufall wieder aufgetaucht, doch auch trotz intensiver Suche im Internet komme ich auf keinen Komponisten, nicht einmal den offiziellen Titel. Vermutlich (unter diesem Namen habe ich den Song damals gespeichert) heißt er „Time to say Goodbye, my Friend“, aber das ist nicht in Stein gemeißelt. Die Lyrics lauten wie folgt:

Time to say good bye my friend,
it’s time for something new.
All good things must someday end,
it’s sad to say but true.
We knew that there would come a time,
A moment like today.
When all that we can do,
is turn and walk away.

Go and take a part of all we shared together.
Know within your heart you have a friend forever.
Always reach for a star, find how special you are,
and promice me my friend, always remember.

Thank you friend for being there,
to help me make it through.
Taking time to show you care,
when I have needed you.
I want to tell you how I feel,
but words are hard to find.
I only hope you know,
what’s really in my mind.

Go and take a part of all we shared together.
Know within your heart you have a friend forever.
Always reach for a star, find how special you are,
and promice me my friend, always remember.

Wenn jemand von euch weiß, wie dieser Song wirklich heißt, wo er herkommt und wer ihn geschrieben hat, wäre ich über eine kurze Nachricht sehr, sehr dankbar! 🙂 Verbreitet die Suche auch gerne weiter, ich würde wirklich gern mehr über den Song wissen.

[Song of the Week] Martin Carbow – He is always close to you

•Februar 27, 2012 • Schreibe einen Kommentar

Ich gestehe, dass ich diese Kategorie ein paar Wochen schändlich vernachlässigt habe. Zwar schwirrten mir oft Songs durch den Kopf, aber nur selten konnten sie sich so hartnäckig in meinem Kopf festsetzen, dass ich auch noch abends an sie gedacht habe und mich hinsetzen konnte, um einen Blogartikel darüber zu schreiben. Dies ist jetzt anders geworden.

He is always close to you ist ein wunderschöner Song, der von der Nähe zu Gott handelt. Zwar bin ich nicht sehr gläubig, aber dennoch gibt mir dieser Song eine Menge Kraft. Die Melodie ist einschmeichelnd und verbindet sich mit dem Text zu einem wirklich schönen Ganzen. Es geht darum, dass Er immer in der Nähe ist und sich nie weit entfernt, wenn man ihn braucht. Ein Gedanke, den man vielleicht auch auf andere Menschen übertragen kann, so dass er sich für noch mehr Menschen öffnet. Erschienen ist das Lied auf der CD A Capella & More von Martin Carbow -der viele der darauf vertretenen Songs selbst geschrieben und die anderen umarrangiert hat, so dass sie jetzt in völlig neuem Gewand daherkommen-, die auf seiner Homepage bestellt werden kann. Mitwirkende Künstler bei diesem Lied (und auch anderen auf der CD) sind unter Anderem Regy Clasen (Sologesang) und Steffi Hundertmark. Eine mehr als empfehlenswerte CD mit einem Lied, das für mich zu den schönsten zählt, die ich seit langem gehört habe. (Reinhören in die „Original-Version“ kann man auch auf Martins Myspace-Seite)Hier habe ich eine Chorversion für euch, um euch einen Eindruck zu verschaffen.