Zwei mal Superman, einmal Nasenbär

Heute war der Schulzahnarzt in der Schule und hat auch „meine“ Kleinen untersucht. Das hieß natürlich, dass die gesamte Klasse schon eine Stunde vorher total hibbelig war und nach jedem Schluck Wasser zum Waschbecken stürzte, um sich die Zähne zu putzen. Dabei war es eigentlich ganz unspektakulär – jedes Kind hat auf einem Stuhl in der umfunktionierten Schulküche Platz genommen, der Zahnarzt hat mit zwei Spiegeln in ihren Mund gesehen (später habe ich von einem Mädel gehört, die Spiegel hätten einen scheußlichen Geschmack in ihrem Mund hinterlassen) und seiner Assistentin den Zustand der einzelnen Zähne durchgegeben. Mit den altbekannten Abkürzungen wie „MS“ für „Milchzahn sauber“ oder „U“ für „unter der Oberfläche“. Weil die Augen der Kleinen von Kind zu Kind immer größer wurden, weil der Mann ja soo viele komische Sachen sagte, ging er dazu über, Wörter mit diesen Buchstaben zu bilden. So entstanden dann „Superman“ bzw. „Superlady“ oder auch „Motorcross“, „Schiffskapitän“ und zu guter Letzt auch „Nasenbär“. Ich weiß nicht mehr, wofür das „N“ stand, aber der betroffene Junge war den Rest des Tages erheitert – „er hat mich Nasenbär genannt!“. Was für die Kleinen ein Riesenspaß war, war für mich höchstanstrengend, weil die Heiserkeit sich absolut nicht zurückgezogen hat, ich also brüllen musste, damit man ein Quieken hörte. Dementsprechend effizient waren auch meine Einwürfe. Besonders schlimm war das auf dem Weg zurück zum Klassenraum, als ich mich bemühte, die Kleinen davon abzuhalten, quer über den Schulhof zu rennen. Das endete damit, dass eine Schülerin brüllte, was ich sagen wollte.  Soviel zur Autorität.

Meine Musikstunde heute ist auch ausgefallen, weil meine Stimme einfach  w e g  war. Sie ist jetzt erstmal auf morgen verschoben, aber ich hab da noch so meine Zweifel – da ist meine Stimme bestimmt nicht viel besser. Und danach kommt schon Freitag, mein letzter Tag. Die Chance, dass ich bis dahin wieder vernünftig sprechen und singen kann, sinkt von Stunde zu Stunde gen Null. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber eine richtige Chance sehe ich eigentlich nicht mehr. Sehr schade.

Advertisements

~ von amhránaí - September 22, 2010.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: